Ein beliebter Ausflugsort der Königsberger war besonders an den Wochenenden der Vierbrüderkrug, ein im Wald gelegenes Gasthaus, dass etwa um 1720-1730 errichtet worden ist. Dieses war von Königsberg aus zu Fuß zu erreichen, wenn man an der Endstation der Linie 7 in Juditten ausgestiegen war. Am Ende der Caporner Heide bei Moditten lagen der zur Gemeinde gehörende Wurzelkrug und das Kanthäuschen. Hier pflegte der große Philosoph Immanuel Kant Jahr für Jahr seine Sommerfrische zu verleben.
Ein Stück weiter liegt Metgethen mit seinem großen Wald. Beim eifrigen Pflücken der vielen Blau- und Preiselbeeren konnte es geschehen, daß die aus Königsberg kommenden Ausflügler unversehens in Vierbrüderkrug landeten. Hier lag diesseits der Landstraße das alte, vielen Königsbergern liebgewordene „Gesellschaftshaus Vierbrüderkrug“ mit seinem großen Bier,- Kaffeegarten, altem Baumbestand und behaglichen Innenräumen.
Seine Besitzerin, Berta Heidecke empfahl seinen Gästen dieses Lokal folgendermaßen: „Hier in der ozonreichen Waldluft findet jeder Wanderer die gewünschte Erholung. Küche und Keller bieten das Beste. Spezialität: Landschinken und Landbrot von besonderer Güte. Saubere Zimmer, billige Pensionspreise, Autogaragen, eigener Parkplatz“.
Gegenüber von diesem Lokal fand man sich sogleich auf historischem Boden. Davon zeugte die Vierbrüdersäule mit folgender Inschrift:
Zwölfhundertfünfundneunzig – die Chronik nennt dies Jahr -
Zur Zeit als Ordens-Meister Meinhard von Querfurt war;
Da ruhten hier im Haine vier Waffenbrüder aus,
Von Sudau’ n siegreich kehrend zurück, nach blut’ gem Strauß.
Da war der wackre Dyvet, der rüst’ ge Kobenzell
Und Stobemehl und Röder, ein muthiger Gesell.
Die Treue, die dem Orden sie hatten angelobt,
War schon in Gau`n voll Aufstand’ s im Kampfe oft erprobt.
Sie saßen froh beim Mahle ,nah’ Conovedt’ s Schloß,
Da stürzte aus dem Dickicht hervor des Feindes Troß,
Mit Schwert und Spieß und Keule streckt’ nieder er die Vier,
Und zum Gedenk der Todten steht diese Säule hier.
Die Vierbrüdersäule und der Vierbrüderkrug bildeten den Kern des Ortes, der aus dem Kurhaus Ohlendorf, einem Cafe und einer Gärtnerei bestand. Auch einige Wohnhäuser kamen noch dazu. Früher gehörte dieser Ort zu Caporn, später zu Großheidekrug.
Fritz Schadwinkel¹ ist 1920 der Besitzer des Vierbrüderkrug im Kreis Fischhausen. Er hat das Grundstück im Juni 1919 vom Kaufmann Leo Rehaag zu Königsberg erworben. Es ist verpachtet an die frühere Krankenschwester Klara Till. (Reg.Kbg.P.IV.215). Im Adressbuch² des Kreises Fischhausen 1922/1923 wird Fritz Schadwinkel als Händler im Vierbrüderkrug angegeben.
¹ Die Kartei Quassowski – QMS 1
² Adressbuch Kreis Fischhausen 1922/1923





