Wie bei den meisten Familiennamen mit der Endung “-winkel” ist das die ursprüngliche Bezeichnung für einen Herkunfts-, Flur- oder Wohnstättennamen. Dieser bezieht sich dabei auf das mittelhoch- und mittelniederdeutsche Wort – „Winkel“ = in der Bedeutung -Ecke, Biegung oder Krümmung, versteckt gelegene Stelle, abseits gelegener Ort bzw. Wohnplatz, verborgener Raum, entlegene oder schwer erreichbare Gegend. Außerdem kann „-winkel“ auf etwas unbestimmtes, das mit den Begriffen: klein, eng, irgendwo, weit weg - bezeichnet werden. Eine weitere Erklärung zu “Winkel“ = in einer von Bergen oder Wäldern eingeschlossenen Flur oder auch Wohnstätte, in einem Zusammenfluss von Quellbächen. Ein „Winkel„ ist ein „spitzes Ende”, ein Flur- oder Grundstück. Geographisch bezeichnet es das Zusammenstoßen von zwei Flußläufen, ähnlich wie Ort oder von zwei Tälern. Der „Winkel“ kann auch auf ein entlegenes Seitental, sowie eine von Bergen oder Hügeln eingeschlossene Talgegend hindeuten. Das Grundwort „Winkel“ bezieht sich auf die natürlichen Winkel in der Landschaft, in denen sich Quellmulden bildeten, die in der Frühzeit die Möglichkeiten zu Anlage menschlicher Siedlungen boten.
Die erste Namensform „Schadevinkel” (1289) wird mit einem Gut¹, also einem Orts- bzw. Wohnstättennamen bei Königsberg in Preußen in Verbindung gebracht. Damit stammt der alte ostpreußische Familienname „Schadwinkel” mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ursprünglich auch von einem Orts- bzw. Wohnstättennamen, wie hier, von einem Gut ab.
Die Namensform „Schäde” ist mundartlich „Scheede” und wird wohl der an drei Seiten von der Grenze umschlossene Ort als „Scheide” = als Grenze zu erklären sein. Die Form „Schädewinkel” bedeutet soviel wie „Scheidewinkel” oder an einer Grenze gelegener Winkel.
Andere Namensbedeutungen:
Schatten: (älter Schatte) (8. Jh.), mittelhochdeutsch: schate(we), althochdeutsch: scato, mittelniederdeutsch: schade(we), schaduwe, sc(h)ade - Stammwort. Aus (gemein-) germanisch: *skaTwa- “Schatten“. Schad(e)winkel = Schattenwinkel ?
Alle bisherigen bekannten Namensformen und Varianten des Namen „Schadwinkel“ (Jahreszahl der ersten Schreibweise):
Schadevinkel (1289), Schadwynckel (1357), Schadewynkel (1399), Schadewinckel (1409), Schadwynkel (1471), Schadenwinkel (1558), Sadwinkel (1565), Szalwink (1624), Szadwinkell (1664), Szadwinkiel (1682), Schadenwinckel (1692), Schadwinckel (1746), Schädewinkel (1747), Schadewinkel (1790).
¹ Ein Gut oder auch Gutshof ist ein größeres landwirtschaftliches Anwesen, als herrschaftlicher Besitz auch Gut oder Domäne genannt, oder ein Bauerngut (Bauernhof). Früher bezeichnete ein Gut Vermögen oder Besitz daraus entwickelte sich die Bezeichnung Gut für ein großes landwirtschaftliches Anwesen. Die Güter, welche Ritter für verdienstvolle Tätigkeiten gegenüber ihrem König erhielten, wurden auch Rittergut oder Adliges Gut genannt.
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